By Inga Gryl, Tobias Nehrdich, Robert Vogler

Geomedien haben im Zuge der aktuellen Konstitution des Internets und der Nutzung mobiler Endgeräte nahezu Omnipräsenz im Alltag erlangt. Sie binden das soziale internet enger in lebensweltliche Kontexte ein, indem sie details und Bedeutung an sinnlich-leiblich erfahrbare Orte knüpfen. Zusammen mit einer Pluralisierung von Deutungen durch die aktuelle Prosumentenkultur im net führt dies zu einer Transformation der Auffassungen von Räumlichkeit. Dies hat Konsequenzen sowohl für alltägliches räumliches Handeln als auch für raumbezogene Verstehensprozesse und damit für geographische Bildung. Die Autoren zeigen die Vielfalt der sozialen Implikationen des Zusammentreffens von geo@web auf und bieten erste Wege zur Orientierung in diesem neuen, komplexen Feld der Forschung und Praxis an.

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278). Demnach ist bereits der einzelne (bspw. als Pfeil) visualisierte Geopunkt als eine Karte auffassbar. Während also Ingold eine Differenzierung in Navigation und Wegfindung einführt, um auf einen unterschiedlichen Kartengebrauch hinzuweisen, erweitert Gell den Kartenbegriff, um die Intentionalität der Bewegung im Raum nicht thematisch werden zu lassen. Die Unterscheidung in eine Aufzeichnung und Nachzeichnung von Standorten und Wegen ist daher für die Logik der Navigation, für die Axiomatik der kognitiven Geographie und mithin für eine Theorie der Locative Media nicht unwichtig, weil diese genau auf die von Ingold und Gell 8 Trifft man die Unterscheidung in eine instantane und nachträgliche Spur-/Grenzziehung, in Tracking und Tracing, in Auf- und Nachzeichnung nicht, unterliegt man einer geographischen Vorstellung, wie sie vom 17.

Und in vielen Bereichen des täglichen Lebens reicht das Virtuelle nicht nur nah an den analogen Raum heran, vielmehr durchdringt und durchwirkt die virtuelle Sphäre den gelebten Raum, z. B. bei Location Based Services am Smartphone, beim Geo-Cashing oder im Umgang mit Navigationssystemen. Die heuristische Praxis, die virtuellen Welten der neuen Medien als unwirklich und künstlich zu betrachten und als Gegensatz zu einer analogen und originalen Welt zu begreifen, wird damit obsolet (vgl. Dickel / Jahnke 2012).

Wie lässt sich diese Begegnung beschreiben, die vom Primat des Ästhetischen ausgeht und den Begriff nachordnet? Die Neuverhandlung des Verhältnisses von Sinn und Sinnlichkeit erläutere ich hier am Beispiel des klassischen Mediums des Bildes. Gleichwohl beschränkt sich jene Neuverhandlung nicht nur auf klassisch-mediale Begegnungen, wie sie im Folgenden erörtert werden, sondern liefert eine grundlegende Denkfigur für eine Neupositionierung im Umgang mit Medialität und visueller Logik. Vor dem Hintergrund der eingangs erwähnten digitalen Durchdringung und der damit verbundenen Multivisualität und Multimedialität unseres Alltags kann ein derartiger Perspektivenwechsel – auch und vor allem für geographische Bildung – neue und vielversprechende Denkanstöße liefern.

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