By Peter Waldmann

Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, unter welchen Bedingungen ethnische Protestbewegungen einen gewaltsamen Verlauf nehmen. Hierzu werden zentrale Hypothesen entwickelt und durch den Vergleich von vier Fällen des Ethnoregionalismus (spanisches Baskenland, Katalonien, Nordirland, Québec) systematisch überprüft. Auch das bisher in der Literatur vernachlässigte challenge der strukturellen Folgen anhaltender Minderheitenkonflikte wird behandelt. Der Band endet mit Vorschlägen der Eindämmung dieser Konflikte.

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7 Wie Rose bei seiner 1968 durchgeführten Befragung feststellte, lehnten rund vier Fünftel der Katholiken zu jenem Zeitpunkt die Gewaltanwendung als Mittel zur Aufhebung der irischen Teilung ab; Rose 1971 I, S. 193. 40 politischer Hinsicht nur durch die mehrjährige Verwaltung des Finanzressorts hervorgetreten war, verfolgte zwei Ziele8 : es ging ihm erstens darum, den wirtschaftlichen Niedergang Nordirlands aufzuhalten; hierzu schien ihm zweitens der Abbau der konfessionellen Spaltung eine notwendige Voraussetzung zu sein.

Während die katholische Unterschicht, soweit sie beschäftigt war, nur noch eine geringe Differenz hinsichtlich des Berufsstatus und Einkommens von den protestantischen Parallelgruppen trennte, war die katholische Mittelschicht im Vergleich zur protestantischen Mittelschicht in einer deutlich schlechteren Position. Ihre Chancen, den erreichten sozialen Status an die Nachkommen weiterzugeben, blieben ebenso hinter denen der Protestanten zurück wie die Möglichkeit, ein dem relativ hohen Ausbildungsstand entsprechendes Einkommen zu erzielen29 .

Mag es auch richtig sein, daß die Katholiken, falls sie in einem Stadtrat die Mehrheit hatten, ihre Konfessionsgenossen nicht minder einseitig begünstigten als dies von den Protestanten bekannt war20, so mußte sich doch diese Art der Parteilichkeit aufgrund des numerischen Übergewichts der letzteren im Ergebnis mehr zu Lasten der Minderheit auswirken. Am schwierigsten ist die Frage zu klären, ob die protestantischen Unternehmer katholische Arbeitnehmer syStematisch diskriminierten. Immerhin steht fest, daß die Arbeitslosigkeit bei den Katholiken mehr als doppelt so hoch war wie bei den Protestanten (1971: 14% bzw.

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