By Kari Palonen

Webers Politik als Beruf wird als Beispiel einer provokativen Lobrede uminterpretiert. In einer scenario des Umdenkens des Politikbegriffs und des Idealtypus Politiker entstanden, enthält die Schrift eine vielschichtige examine des Phänomens der Politik. Webers those von der Politik als Streben nach Macht wird in ihrer zeitgenössischen Begriffsgeschichte und im Hinblick auf ihre rhetorische Pointe analysiert. Für Weber ist jeder, der politisch handelt, ein Politiker. Er stellt den Politiker als Verteidiger der von der Bürokratisierung bedrohten menschlichen Freiheit vor.

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Politik bedeutet ein Streben nach den relativ günstigeren Handlungschancen, die nur im Kampf mit denjenigen errungen werden können, die über relativ günstigere Handlungschancen verfügen. Sie setzt eine oppositionelle Pluralität von Handelnden voraus. h. sie bezeichnet nicht irgendein Handlungspotential, sondern eine Relation, die - obwohl dies gegebenenfalls unsichtbar bleiben kann erst durch ein Widerstreben ,gemessen' werden kann. Für denjenigen, die über größere ,Machtanteile' verfügen, dreht sich der Kampf um den Willen oder um die Durchsetzung oder um beides.

Wenn man aber die gerade zitierten Formeln wörtlich nimmt, dann fehlt dieser Tätigkeit etwas für die Politik Typisches. Man könnte die Situation so zusammenfassen: Die bloße Machterhaltung ist als Handeln bestimmt politisch, aber noch keine Politik - und dieser Interpretation entspricht auch der Webersehe Gebrauch des Substantivs und des Adjektivs. Diese Deutung kann man aus der empirisch orientierten Sicht Webers auch nicht mit dem Argument zurückweisen, daß diejenigen, die schon über Macht verfügen, immer nach noch mehr Macht streben: dies wäre ein entpolitisierter Nietzscheanismus, dem Weber keineswegs zustimmt.

In diesem Sinne kann die formale Zielsetzung der Politik als Streben nach neuen Möglichkeiten für das eigene Handeln gedeutet werden. Der Formalismus Webers liegt darin, daß Politik- anstatt als , Verwirklichung' gewisser substantieller Ziele - als Streben nach neuen Chancen für das eigene Handeln bestimmt wird, wobei deren Inhalt im voraus nicht festgelegt werden kann. Man könnte von einer ,Politik-als-Chancenschaffung' sprechen. In Webers Begriff der Chance sind zumindest zwei Aspekte zu unterscheiden: die Realisierbarkeit und die Gelegenheit.

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