By Lothar Böhnisch

Das Buch liefert eine umfassende Darstellung und examine der Entwicklung von Mannsein und Männlichkeit im Strukturwandel derArbeitsgesellschaft. Im Vordergrund steht die those, dass der neue Kapitalismus nach einer Sozialform Mann drängt, in deren Sog Mannsein und Männlichkeit zunehmend geraten. Im Mittelpunkt des Buches steht die those, dass die neuen technologisch-ökonomischen Strömungen Vergesellschaftungstendenzen freisetzen und nach entsprechenden Sozialformen suchen, die das Geschlechterverhältnis und die Männerrolle und das Mannsein neu, wenn auch ambivalent strukturieren. Vor diesem Hintergrund werden die zentralen Thematiken des bisherigen Männerdiskurses - Männlichkeit und heterosexuelle Matrix, männliche Sozialisation und Krisenbewältigung, Männer-Frauen-Beziehungen, männliche Selbstverständigung, Männer im Sozialstaat, Männlichkeit und Geschlechterdemokratie - neu geordnet und bewertet. Dabei tritt die Perspektive in den Vordergrund, dass nicht primär die Manifestationen von Männlichkeit und Mannsein, sondern die Probleme und Konstellationen der Bewältigung von Männlichkeit im Vordergrund der sozialwissenschaftlichen Betrachtung und der öffentlichen Auseinandersetzungen um den Mann in unserer Gesellschaft stehen sollten.

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Die Logik direkter Demokratie

In diesem Buch wird erstmals eine ausgearbeitete Theorie über den Zusammenhang zwischen direktdemokratischen Verfahren und den jeweiligen politischen Systemen, in denen diese vorkommen können, vorgelegt. Die Autorin beantwortet die Frage: Welche direktdemokratischen Verfahren sind mit welchen Typen der Demokratie kompatibel?

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Moderne Frauen, die sich karriereorientiert in das industriekapitalistische Magnetfeld der Externalisierung und Abspaltung begeben, stehen deshalb unter Druck, sich von ihrer "Naturkarte" (Kinderwunsch) zu trennen. Hier wird deutlich, dass es wieder auf die Wirkungsstärke des Sozialpolitischen ankommt, ob und inwieweit es gelingt, den Abspaltungs- und Externalisierungsdruck des Kapitals abzufedern und eine Vereinbarungsperspektive für Frauen und Männer zu realisieren. Dabei ist diese Perspektive für die Männer (und heute auch für die Frauen), die von der kapitalistischen Wirtschaft gebraucht und genutzt werden, nur begrenzt realisierbar.

Reich 2002). Der "physische Marktplatz" verschwindet zu Gunsten des virtuellen, in dem die Ware mit ihrem Bild verschmilzt; die "Symbiose von Markt und Medium" ist perfekt (Haug 2001, S. 184). Dieses Verschwimmen von sozialer Wirklichkeit und virtuellem Bild erfasst auch die Männlichkeit und das Mannsein: Während männliche Dominanz institutionell und interaktiv verebbt, tun sich in den Konsummedien Bilder auf, in die mit Männlichkeit und Maskulinität verbundene Bedürfnisse und ihre Repräsentanzen so eingewoben sind, dass ihre Befriedigung legitim erscheint und sich verdeckte und im interaktiven Alltag verdrängte maskuline Wünsche "einklinken" (Tully) können.

Nicht die Frauenbewegung allein hat durchgesetzt, dass die Produktionsprozesse der Zukunft "weiblicher" verlaufen, sondern der Kapitalismus hat sich um seiner Modernisierung und Regeneration willen der Frauenbewegung bedient und die Geschlechterfrage für Männer und Frauen neu eingebunden. Inzwischen hat der Globalisierungsdiskurs die Geschlechterfrage ausgetrocknet. Menschen werden freigesetzt und überflüssig, dass dabei wesentlich mehr Frauen, aber gerade auch betroffene Männer die Opfer sind, scheint letztlich nebensächlich.

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