By Holger Brandes

Der männliche Habitus als in den Körper eingeschriebene soziale Praxis ist der Schlüssel zum Verständnis männlicher Identität und Verhaltensweisen. Als Beitrag zur Männerforschung und Männerpolitik untersucht das Buch Männlichkeiten abhängig von Kultur, Milieu und new release. Dieser zweite Band ergänzt Band I, der sich Männergruppen und männlicher Identität widmet, um die Themenfelder Männerforschung und Männerpolitik. Ausgehend vom Habituskonzept Pierre Bourdieus und neueren Diskussionen in der Männerforschung begründet der Autor eine theoretische Sicht von Männlichkeit als Produkt sozialer Praxis. Dabei eröffnet die Kategorie des "männlichen Habitus" eine Perspektive, die Körperlichkeit und Gesellschaftlichkeit sowie Individualität und Kollektivität verbindet. Kultur-, milieu- und generationsspezifische Formungen von Männlichkeit werden ausgeleuchtet und in den Kontext der Frage nach den Möglichkeiten der Veränderung männlichen Verhaltens gestellt. Damit eröffnet sich eine neue Sicht auf Männerpolitik als Teil von Gender-Mainstreaming und Geschlechterdemokratie.

Show description

Read or Download Der männliche Habitus: Band 2: Männerforschung und Männerpolitik PDF

Best social sciences books

Sociological Theory: Historical and Formal

Essays interpreting either old and sleek ways to sociological conception

Die Logik direkter Demokratie

In diesem Buch wird erstmals eine ausgearbeitete Theorie über den Zusammenhang zwischen direktdemokratischen Verfahren und den jeweiligen politischen Systemen, in denen diese vorkommen können, vorgelegt. Die Autorin beantwortet die Frage: Welche direktdemokratischen Verfahren sind mit welchen Typen der Demokratie kompatibel?

Extra resources for Der männliche Habitus: Band 2: Männerforschung und Männerpolitik

Sample text

So findet sich beispielsweise in 52 Publikationen zur "neuen Männlichkeit" häufig die Forderung, Männer müssten durch Selbsterfahrungsprozesse oder andere Erfahrungen ihre "weiblichen Anteile" entdecken. Entsprechend finden wir bezogen auf Frauen die Rede von "männlichen Anteilen", die beispielsweise bei Karrieren in männerdominierten Berufen zum Ausdruck kämen. Unbestreitbar enthält die Denkweise, die einen Zusammenhang zwischen Körperlichkeit und geschlechts spezifische Verhaltensweisen und Identitäten herstellt, aber auch eine richtige Erkenntnis.

Eine gelungene Erbschaft ist ein auf Befehl des Vaters hin vollzogener Vatermord. Der Erbe übertrifft den Vater, um auf diese Weise ihn und sein ,Projekt' weiterzuführen, welches selbst Teil der Ordnung, Teil der Erbfolge ist. (2000, 84). "Hier liegt eine der Hauptquellen von Widersprüchen und Leid: viele Menschen leiden auf Dauer unter der Kluft zwischen dem, was sie erreichen, und den Erwartungen ihrer Eltern, die sie nicht erfüllen, denen sie aber auch nicht abschwören können" (85). " (1921, 65) 39 Um dieser Erkenntnis Freuds das Gewicht zu verschaffen, das ihr vor dem Hintergrund heutiger Erkenntnissen über die soziale Dimension der Geschlechterdifferenzierung zukommt, ist es meines Erachtens notwendig, die bisherigen Revisionen des Freudschen Modells unter vier eng miteinander verbundenen Aspekten aufzunehmen bzw.

Sie haben, wie er sagt, auch "kein Analogon in einer anderen Sphäre des Seins". Da, wo wir es mit lebendigen Menschen und sozialen Systemen zu tun haben, ist die Annäherung an ein Denken in Prozessqualitäten sowie in zirkulä54 ren und häufig vagen und zugleich mehrfach determinierten Zusammenhängen notwendig. Die Sex-Gender Debatte und ihr Schwanken zwischen Biologismus und Konstruktivismus Simone de Beauvoirs 1949 formulierte These "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es" ist der vielleicht prägnanteste Ausdruck für eine Veränderung im Denken über die Geschlechter und ihre Attribute.

Download PDF sample

Rated 4.56 of 5 – based on 3 votes